Apps für die Tabletklasse: Eine persönliche Auswahl

Das aktuelle Schuljahr endet bald – Zeit, sich Gedanken zu machen, wie das kommende aussehen soll. Für einige heißt es nämlich: Tabletklasse. 

Doch welche Apps sollte man sich anschauen und mit welchen sollte man starten?

Ich nutze seit ungefähr 1,5 Jahren mein iPad im Unterricht und möchte ein paar Tipps geben, nach welchen Apps man suchen sollte. 

 

 

Unterrichtsmitschriften

Was vorher noch der Papierblock war, wird nun durch den digitalen Stift und das Display ersetzt.

Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten, die vorher nur mit Umwegen realisiert werden konnten. 

Zum Beispiel kann man seine Notizen ganz einfach mit der Handschrifterkennung durchsuchen – wenn man also nochmal nach „Soziale Marktwirtschaft“ suchen möchte, kann man schnell fündig werden. 

Auf dem iPad gibt es hier drei nennenswerte Platzhirsche:

  • GoodNotes
  • Notability
  • OneNote

Generell sollte man sich überlegen, wie man die Notizen aufrufen möchte. 

GoodNotes ist nur auf Apple-Geräten verfügbar (Mac, iPhone, iPad), während Notability und OneNote auch auf Windows und Andriod laufen. 

Das kann ein Vorteil sein, wenn man auch mal am Computer etwas längeres schreiben möchte – dafür eignen sich aber auch Texteditoren. 

OneNote speichert in der Cloud, hier muss man abwägen, ob das für einen wegen des Datenschutzes selbst in Ordnung ist. Der Vorteil dadurch ist, dass man einfach mit Freunden an Dokumenten gemeinsam arbeiten kann.

Denkt aber daran, dass gemeinsames Arbeiten mit Rich-Text produktiver sein kann, da man die Schrift nicht entziffern muss. 

Meine persönliche Empfehlung:

GoodNotes oder Notability.

Es hängt davon ab, in welchem Ökosystem ihr euch befindet. 

 


Aufgaben und Termine im Blick

Ein strukturierter Tag ist nicht zu unterschätzen. Ein Kalender so wie eine ToDo-App gehören da zum Werkzeug auf dem iPad.

In der Kategorie gibt es mehr Apps, als man annehmen würde.

Zwar gibt es von Apple schon einen Kalender und die Erinnerungen-App, für mich fehlen aber ein paar Funktionen, die notwendig sind. 

Mein Setup:

  • Fantastical 3 als Kalender für alle Termine
  • Things 3 als ToDo-Liste für alle Hausaufgaben und privaten Ideen
  • iStudiez Pro als Stundenplan

Fantastical 3 ist nicht ganz günstig und nur als Abo verfügbar, für den Gebrauch in der Schule allein reicht eigentlich der Apple Kalender aus.

Mit iPadOS 14 kommen auch wieder Funktionen dazu. 

Das Hausaufgabenheft weiter zu benutzen wäre ja oldschool. Da muss etwas anderes her! Things 3 ist wieder nur auf Apple-Geräten verfügbar. 

Im Microsoft 365-Abonnement des Gymnasiums am Silberkamp ist Microsoft ToDo mit dabei. 

Es ist daher für Schüler kostenlos und beinhaltet die Basis-Funktionen, die man so braucht. 

Wer aber auch noch den Stundenplan benötigt, wird mit ToDo leider enttäuscht. 

iStudiez (Pro) auf den Apple-Geräten eignet sich ideal, um Hausaufgaben passend zum Stundenplan einzutragen. Hier kann die Wichtigkeit eingestellt werden und Deadline ist automatisch die nächste Unterrichtsstunde. 

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, normale Unterrichtsstunden in Klausuren umzuwandeln. Wenn die Klausur dann zurückgegeben wird, kann die Note in das System eingetragen werden – genauso wie mündliche Noten etc.

Ausgerechnet wird die Note des jeweiligen Fachs und ein Notendurchschnitt. 

Meine persönliche Empfehlung:

Apple Kalender und iStudiez Pro

 


Mail? Klar doch.

Irgendwie muss man dann ja auch kommunizieren können. 

Während für viele Mitschüler unsere hauseigene Platform „Silberweb“ ein guter Weg ist, die Mails abzurufen, kann man die Exchange-Daten auch in ein separates Mailprogramm eingeben. 

Spark Mail hat hier sehr viele Funktionen, mit denen ich super zufrieden bin.

  • Ziel: Inbox Zero
  • Einfache Mailarchivierung
  • Wiedervorlagen
  • Mails später senden
  • Vorlagen erstellen

Zu beachten ist allerdings, dass die App, um Push-Mitteilungen zu versenden, die Login-Daten angeblich auf den AWS-Servern speichern würde.

Wer hier Datenschutzbedenken sieht, kann auch AirMail benutzen – in er Basisfunktion ist jedoch nicht alles vorhanden, man muss einen geringen monatlichen Betrag bezahlen. 

Meine persönliche Empfehlung:

Spark Mail

 


Alle Dokumente im Überblick

Seit der Anschaffung meines eigenen NAS habe ich gemerkt, wie nützlich es ist, einen Speicher zu haben, den man von überall aus benutzen kann. 

Klar, ein NAS für die Tabletklasse anzuschaffen steht in keinem Verhältnis.

Dennoch finde ich zum Beispiel die OneDrive (einfach verfügbar über den O365-Plan der Schule) ein guter Weg, um die Dateien zu speichern – vorausgesetzt, man hat überall einen Internetempfang, sonst wird das schwierig. 

Aber natürlich benutzen wir am Silberkamp auch unsere eigene Serverstrutur. Das lässt sich auch über Silberweb abrufen, WebDAV ist aber der einfacherer Weg. 

Jetzt denkt man vielleicht, dass man sich einfach in der Dateien-App „Mit dem Server verbinden“ kann, jedoch ist das nur für SMB-Verbindungen gedacht.

Daher muss hier eine andere App her. 

Ich persönlich nutze PDF Expert Pro, da die App noch viele weitere Features bietet. 

Dazu gehören zum Beispiel:

  • PDFs bearbeiten
  • Word zu PDF
  • Dateien per pdfwifi.com direkt mit dem PC austauschen
  • Alle Clouddienste an einem Ort (GDrive, Dropbox, OneDrive, SharePoint,…)
  • WebDav-Möglichkeit

PDF Expert Pro ist nur in einem Abonnement verfügbar.

Eine Alternative hierzu ist WebDAV Now. 

Die Entscheidung, welche App man nimmt, hängt ganz davon ab, was man damit plant. 

Meine persönliche Empfehlung (bei mehr Benutzung):

PDF Expert Pro und OneDrive

 


Gedanken geordnet 

MindMapping ist ideal, um die Ideen aus dem Kopf erstmal zu verschriftlichen.

Eine MindMap digital lässt sich viel individueller ergänzen als auf Papier – schließlich kann man die Äste verschieben.

Zu Mindmaps habe hier bereits einige Artikel verfasst. Die Inhalte sind immer noch sehr aktuell. 

Meine persönliche Empfehlung:

MindNode

 


Top informiert 

Gerade im Politikunterricht kann es durchaus mal vorkommen, dass über aktuelle Politik gesprochen wird.

Immer die Websites der einzelnen Medienunternehmen zu besuchen, kann ineffizient sein. 

Wenn man einen Überblick haben möchte, was mehrere Medienhäuser schreiben, ist das Abonnieren eines RSS-Feeds ein super weg, dies zu realisieren.

Für das iPad gibt es diverse RSS-Reader, die sich nur minimal unterscheiden. 

Ich selbst nutze Inoreader und bin damit zufrieden.

Wenn man dann doch mal spezifisch Nachrichten lesen will, eignen sich auch die ZDF Heute-, Tagesschau- und BBC-App gut. 

Da kommt es natürlich ganz auf den Usecase drauf an.

Meine persönliche Empfehlung:

Inoreader, ZDF Heute und Tagesschau

 


Videostudio im Klassenraum

Die neuen iPads verfügen über eine sensationelle Kameras, die für kurze Erklärvideos völlig ausreicht.

Nun kommt es bei diesen Erklärfilmen dann vielleicht doch mal vor, dass zwei Clips aneinander geschnitten werden müssen oder gekürzt werden sollen – oder einfach ein bisschen Text noch dazu.

Während Profis natürlich zu Software wir Adobe Premiere Pro oder Final Cur Pro X greifen, ist das auf dem iPad gar nicht verfügbar.

Die professionelle Applikation nennt sich Lumafusion und hat deutlich mehr Funktionen als das Apple-Produkt iMovie.

Ich denke jedoch, dass iMovie genug Funktionen für den Unterrichtsgebrauch bietet und ist einfacher und schneller zu bedienen.

 

Meine persönliche Empfehlung:

Apple iMovie

 


Fazit

Es gibt doch mehr Software für das iPad, als man vielleicht erwartet. Einiges hat vielleicht nicht so viele Funktionen wie am PC, aber dennoch genug, dass man super produktiv damit arbeiten kann, wie ich finde.

Meine Tipps sollen als grobe Orientierung gelten, woran man beim Umstieg auf das Tablet im Unterricht softwareseitig achten sollte. 

 

 

Ich wünsche gutes Gelingen und viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Freundliche Grüße

Ihr Niklas Krupka

Hinweis: Ich setze häufiger auch auf Apps, für die bezahlt werden müssen. Irgendwie müssen sich die Entwickler ja auch finanzieren.

Über Niklas Krupka 39 Artikel
Niklas Krupka ist Mitglied des Verbandes der niedersächsischen Jugendredakteure (VNJ) und Chefredakteur der Schülerzeitung „Der Silberkämper“. Er engagiert sich in der Jugendfeuerwehr als Kreisjugendsprecher und ist damit für über 1400 Kinder- und Jugendliche im Landkreis Peine zuständig. Bereits seit frühen Jahren interessiert er sich für Technik, sodass er mittlerweile ein ausgeprägtes Wissen hat.